Anton Bruckner und Windhaag

Die „Windhaager Messe“ ist nachweislich Anton Bruckners (1824-1896) erste Komposition, die er der Bürgerstochter Maria Jobst zur Hochzeit widmete. Als Siebzehnjähriger trat er hier seinen ersten Posten als Schulgehilfe an. Neben Orgeln und Ministrieren musste er auch in der Landwirtschaft des Schulmeisters arbeiten. Das „Mistausführen“ verweigerte er jedoch. 

Der erste Dienstposten bleibt ein Leben lang unvergesslich: So war es auch bei Anton Bruckner, der  von Oktober 1841 bis Jänner 1843 in Windhaag bei Freistadt als „Gehülfe“ unter Schulmeister Franz Fuchs an der Trivialschule unterrichtete. Bei Hochzeiten und im Fasching „geigte“ Bruckner oft mit einer Schar junger Musikschüler in den Wirtshäusern für drei Kreuzer und freie Kost auf. Mit Franz Sücka spielte er fast jeden Abend Duette. Dafür  erhielt der junge „Toni“ bei der Familie Sücka ein „ordentliches“ Frühstück, oft sogar den heißersehnten Kaffee. Die Mutter besorgte ihm auch die Wäsche und pflegte seine Kleider. „G´wand hat er nöt viel g´habt“…„gwöhnli“ hat er an Angina-Anzug trag´n und a Kapp´n .Ins Wirtshaus is er selten gangen, weil er allweil ka Geld g´habt hat“, erzählte später Schwester Maria von Franz Sücka. 

Bruckner war in Windhaag stets zu jugendlichen Scherzen aufgelegt. Etwa wenn er dem Pfarrer absichtlich das Messgewand verkehrt anzog, wodurch dieser stolperte und er dafür eine Ohrfeige „abfasste“. Ein andermal kam er mit „pietätlosen“ roten Stiefeln in die Kirche.

Einmal ließ er es durch Krebse mit Wachskerzen am Rücken am Friedhof in der Nacht „spuken“. Das Klavichord mit 53 Tasten auf dem Bruckner in Windhaag spielte; befindet sich heute in seinem Geburtshaus ins Ansfelden (www.landesmuseum.at).